Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte

Wie halten es deutsche Unternehmen mit den Menschenrechten? Immer wieder hört man von Tragödien in Lieferketten – ob Kinderarbeit im Kobaltabbau. einstürzende Fabriken in der Textilfertigung oder viel zu niedrige Löhne im Kakaoanbau. Dass nicht nur nationale Regierungen für den Schutz der Menschenrechte verantwortlich sind, sondern auch Unternehmen eine Sorgfaltspflicht haben, wurde in den UN-Leitprinzipien (2011) festgehalten.

Um sich diesem Problem anzunehmen, wurde in Deutschland der Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) in den Jahren 2014-2016 erarbeitet und ist nun für den Zeitraum von 2016-2020 in Kraft getreten. Dieser hat unter anderem zum Ziel, den weltweiten Schutz und die Förderung der Menschenrechte nach den UN-Leitprinzipien zu verbessern und diese für alle Akteure praktisch anwendbar zu machen.

Dabei wird die „unternehmerische Sorgfaltspflicht“ zur Achtung der Menschenrechte in ihrer Geschäftstätigkeit betont. Insbesondere kleine und mittelständige Unternehmen (KMUs) sollen dabei durch die Bundesregierung und Verbände unterstützt werden, um den Anforderungen des NAP gerecht zu werden.

Doch auch Kritik an der Umsetzung des NAP wird laut: das Bundeswirtschaftsministerium verwässert die Methodik des Monitorings, welches den Erfolg des Programms bemessen soll, auch werden die Zielvorgaben als unzureichend angesehen. Gerade in Zeiten verhärteter Fronten zwischen den verschiedenen Stakeholdern ist es wichtig, im Dialog zu bleiben und vor allem Überzeugungsarbeit zu leisten. Neben der Verbesserung der menschenrechtlichen Lage können Unternehmen durch Maßnahmen der Sorgfaltspflicht auch Risiken minimieren und wirtschaftlich erfolgreicher sein.

Durch Schulungen und Lehrgänge zum Thema Unternehmensverantwortung nach den Anforderungen des NAP möchte das BeN menschenrechtliche Sorgfaltspflichten für lokale Unternehmen stärker in den Fokus rücken und diese dazu motivieren, sich auf dem Weg zu machen. In diesen Schulungen möchten wir Unternehmen durch Identifikation der möglichen Problematiken, das Aufzeigen entsprechender Maßnahmen und den Aufbau eines Netzwerkes von Expert*innen & Mitstreiter*innen unterstützen.

Die Anlehnung an den NAP und die Konzentration auf die Thematik der Lieferketten bietet der geplante Zertifikatslehrgang einen wichtigen Mehrwert für Unternehmen, den bisherige CSR-Weiterbildungen nicht oder nur unzureichend abdecken können. Weitere Vorteile sind der regionale Bezug und ein Programm, das in Umfang und Aufwand mittelständischen Unternehmen angemessen ist.

Zielgruppe dieses Lehrgangs sind werden relevanter Handelsunternehmen, die sich im Rahmen ihrer Aus- und Fortbildung mit den Bereichen Einkauf, Beschaffung und/oder Lieferketten beschäftigen.

Die erste Durchführung eines Lehrgangs wird Ende 2019 stattfinden.

Projektleiter für „Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte“

Ansprechpartner für die Koordination und Durchführung des Lehrgangs zum Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte ist der Projektleiter Christopher Pavenstädt.

Chrissw

christopher.pavenstaedt[a]ben-bremen.de

Weitere Informationen zum NAP finden Sie auf den Unterseiten.

Entwicklungspolitisches Speed-Dating - Triff den Wandel!
Donnerstag, 21. November 2019, 19:30 Uhr
VHS-Kurs: 17 SDG - Sustainable Developtment Goals
Montag, 25. November 2019, 09:00 Uhr
SDG Mapping / Nachhaltiges Vernetzungstreffen Bremen
Dienstag, 26. November 2019, 16:00 Uhr

HP_hannes"Nachhaltige Entwicklung findet dort statt, wo sie von breiten Teilen der Bevölkerung getragen wird und wenn die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Bedarf der Armen orientiert sind. Das bedeutet für uns: Einüben eines neuen Lebensstils und engagierte Lobbyarbeit, Aufgaben die das BeN kompetent wahrnimmt."

Hannes Menke (ehemaliger Generalsekretär der Norddeutschen Mission)

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen