Neues Bündnis für sozialverantwortliche Beschaffung von PC-Hardware

Am 13. Februar 2015 haben 26 Bremer Gesellschaften, Firmen und Einrichtungen   aus dem öffentlichen und privaten Bereich zusammen mit der Senatorin für Finanzen ein Bündnis für sozialverantwortliche Beschaffung von Computer-Hardware gegründet. Ziel der Bündnismitglieder ist es, ihre Nachfragemacht zu nutzen, um verbesserte Arbeitsbedingungen bei der Computerproduktion zu bewirken.

Denn während es im Lebensmittel- und Textilbereich mittlerweile Siegel für fair produzierte Ware gibt, spielt das Thema Fairer Handel bei Computern bislang nur eine marginale Rolle: Hardware, bei der von der Rohstoffgewinnung bis zum letzten Produktionsschritt international geltende Sozial- und Arbeitsrechtsstandards eingehalten werden, existieren derzeit nicht. Oftmals erfolgt die Herstellung von Computern und PC-Zubehör unter menschenunwürdigen Bedingungen: Die Arbeiterinnen und Arbeiter erhalten nur geringe Löhne, arbeiten rund 70 Wochenstunden und sind bei ihrer Tätigkeit giftigen Substanzen ausgesetzt.

Angesichts dieser Umstände verpflichten sich die Partner des neu gegründeten Bündnisses, beim Einkauf von Computern künftig Sozial- und Arbeitsrechtsstandards zu berücksichtigen. Beispielsweise sollen Lieferant_innen aufgefordert werden, über ihre Maßnahmen zur Einhaltung dieser Standards zu berichten. Zudem sollen die Bedingungen der Hardware-Produktion und Rohstoffgewinnung ein Auswahlkriterium sein, wenn bei Ausschreibungsverfahren mehrere Angebote bewertet werden müssen. Über die Nachfragemacht privater und öffentlicher Akteure wird somit der Druck auf die Hardware-Hersteller erhöht bzw. werden diesen Anreize geboten, sich für faire Arbeitsbedingungen einzusetzen. Das Bündnis wird über seine Aktivitäten und Erfahrungen öffentlich berichten. Neue Mitglieder sind zudem stets willkommen.

Das BeN begrüßt die Gründung des Bündnisses als sinnvollen Schritt auf dem Weg hin zu transparenten Lieferketten und menschenwürdigen Arbeitsstandards in der IT-Industrie. Wichtig ist, dass den Worten nun tatsächlich Taten folgen.

Die Bündniserklärung finden Sie unter diesem Link.

 

HP_Nina_R_84x81"Das BeN ist wichtig, weil es die Koordination unter entwicklungspolitischen Gruppen im Lande Bremen vereinfacht und fachkundige Unterstützung in etlichen Projekten anbietet."

Nina Redmann (ehemalige BeN-Praktikantin)

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